9/03/2016

Finanzderivate und Terminwarengeschäfte

Finanzderivate, auch Termingeschäfte genannt, sind Finanzinstrumente deren Preis oder Wert
von den künftigen Kursen oder Preisen anderer Handelsgüter (z.B. Rohstoffe oder Lebensmittel),
Vermögensgegenständen  (Wertpapiere  wie  zum  Beispiel  Aktien  oder  Anleihen)  oder  von
marktbezogenen  Referenzgrößen  (Zinssätzen,  Indizes)  abhängt.  Es  handelt  sich  hierbei  um
Verträge, in denen die Vertragsparteien vereinbaren, einen oder mehrere Vertragsgegenstände
zu festgelegten Bedingungen in der Zukunft zu kaufen, zu verkaufen oder zu tauschen,
beziehungsweise alternativ Wertausgleichszahlungen zu leisten.

Termingeschäfte sind somit der Kauf, Tausch oder anderweitig ausgestaltete Festgeschäfte
oder Optionsgeschäfte, die zeitlich verzögert zu erfüllen sind. Auf einem organisierten
Markt oder in einem multilateralen Handelssystem werden diese geschlossen, sind keine
Kassageschäfte und deren Wert leitet sich unmittelbar oder mittelbar vom Preis oder Maß
eines Basiswerts ab.

Vereinfacht ausgedrückt sind Derivate an die Entwicklung von Devisenkursen, Indizes,
Rohstoffpreisen   oder   an   bestimmte   Preise   gekoppelte   Verträge,   die   börslich   oder
außerbörslich abgeschlossen werden. Der Derivatehandel kann bis in das 2. Jahrtausend
v. Chr. im heutigen Bahrain und Indien sowie Mesopotamien zurückdatiert werden. Schon
frühzeitig wurde versucht, die Risiken aus Handelsgeschäften, insbesondere durch die See-
fahrt, in Form einfacher Futures abzusichern. Bereits Aristoteles beschreibt in seinem Werk
„Politik“ (um 330 v. Chr.) diese Marktmechanismen unter Verwendung von Derivaten auf die
Kapazitäten von Olivenölpressen. Ein organisierter Handel lässt sich bis ins 12. Jahrhundert
in Venedig zurückverfolgen.

In den USA wurde am 3. April 1848 die Chicago Board of Trade (CBOT) gegründet, 1851 das ersten
Termingeschäft auf die zukünftige Lieferung einer bestimmten Menge Mais zu einem festgelegten
Preis gehandelt. Ein Jahr später wurden ähnliche Verträge für Weizen gehandelt. Diese Zeitverträge
ähnelten bereits den modernen Futures, waren aber aufgrund ihrer individuellen Ausfertigung
und Bedingungen eher vergleichbar mit Forwards.

Derivate sind das vermutlich am schnellsten wachsende und sich verändernde Segment des
modernen Finanzwesens. Nach Angaben der BIZ (Bank für Internationalen Zahlungsausgleich)
betrug der Nominalwert aller weltweit ausstehenden OTC-Derivatekontrakte im 2. Halbjahr
2010 rund 601 Billionen US-Dollar. Im Jahr 2000 waren es gerade einmal 95 Billionen US-
Dollar.
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