10/03/2016

Binäre Optionen: Geldanlage, Glücksspiel oder Betrug?

Gigantische Gewinnaussichten und einfache Entscheidungen sind der Traum eines jeden Anlegers. Sogenannte binäre Optionen bieten im Grunde beides, doch für viele Investoren sind sie zum Alptraum geworden. Während das Geschäft mit diesen speziellen Wetten auf Marktentwicklungen weltweit boomt und die Branche die Finanzderivate als legitime Anlagemethode preist, sehen Kritiker in manchen Anbietern reine Betrüger.

Das binäre Optionen  Prinzip ist simpel und funktioniert nach dem Motto "alles oder nichts": Der Investor setzt eine Summe auf einen bestimmten Markttrend, zum Beispiel die Entwicklung des Dollar zum Yen. Steigt die US-Währung innerhalb einer festgelegten Periode wie vom Anleger vorausgesagt, winken ihm zusätzlich zum Einsatz bis zu 70 Prozent Gewinn. Hat der Kunde aber falsch getippt, ist alles weg. Das Risiko ist also hoch, wenngleich es bei einigen anderen Derivaten noch schlimmer kommen kann. Dort müssen Anleger eventuell noch Geld nachschießen, so dass der Verlust sich auf ein Vielfaches des Einsatzes summieren kann.


Hinter binären Optionen verbergen sich ganz schlichte Wetten auf die Entwicklung von zwei verschiedenen Bezugswerten. So kann man etwa darauf setzen, dass die Aktie X in einer bestimmten Zeitspanne besser laufen wird als die Aktie Y. Auch Börsenindizes und Rohstoffpreise können miteinander verglichen werden. Mitunter geht es nur um Stunden oder gar Minuten. Wegen der kaum berechenbaren Schwankungen in so kurzer Zeit sprechen Kritiker daher eher von Glücksspiel als von Geldanlage. Darüber hinaus häufen sich Betrugsvorwürfe gegen einzelne Anbieter. Britische Behörden warnen allgemein vor Brokern, die binäre Optionen im Angebot haben. Frankreichs Finanzaufsicht stuft die gesamte Branche als "hochriskant und sehr gefährlich" ein.


Die für die deutsche Wertpapieraufsicht zuständige BaFin-Exekutivdirektorin Elisabeth Roegele stellte sich jüngst in einem Zeitungsinterview "voll und ganz" hinter eine entsprechende Warnung ihrer Kollegen von der europäischen Behörde ESMA. Ob die BaFin ein Verbot binärer Optionen anstrebt, ließ sie aber offen. Israel - eine Art Zentrum der Branche - hat die Reißleine bereits gezogen und die Produkte verbannt. In den USA ist der Handel nur auf kontrollierten Märkten erlaubt, während er in Europa trotz der verstärkten Restriktionen weiter auf Hunderten unregulierten Internet-Plattformen floriert. Verlässliche Zahlen zum Marktvolumen gibt es daher nicht. .
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