10/12/2016

"Merkel ist Getriebene der Flüchtlingskrise"

Kanzlerin Merkel hat auf ihrer Afrikareise Mali, Niger und Äthiopien besucht. Immer wieder bringt sie die Gespräche mit den Staatschefs auf die weltweite Flüchtlingskrise und deren Ursachen – die Tagespresse lobt es verhalten und regt große Veränderungen an. Eine Auswahl:


Der "Münchner Merkur" lobt die Mühen Merkels mit Vorbehalt und fordert eine drastische Veränderung der Rettungspolitik: "In Afrika bemüht sich Angela Merkel, die Ursachen der Massenmigration nach Europa anzugehen und neue Signale zu senden, die Menschen vor der Flucht aus ihrer Heimat abhalten sollen. Doch das ist leichter gesagt als getan. Viel Zeit wurde schon vertan. Allein mit dem freundlichen Gesicht, das die Kanzlerin so gern der Welt zeigt, wird es nicht gehen. 'Wir müssen entscheiden, wer nach Europa kommt, nicht die Schlepperorganisationen', verlangt der österreichische Kanzler. Solange die Rettungspolitik im 'mare nostrum' so läuft, dass die aus dem Mittelmeer gefischten Afrika-Flüchtlinge nicht zurück in die Herkunftsländer gebracht werden, sondern auf direktem Weg nach Europa, können sich die Schlepper die Hände reiben."

Der "Wiesbadener Kurier" hingegen konzentriert sich auf das Thema der wirtschaftlichen Beziehung zu Ländern auf dem afrikanischen Kontinent und mahnt: "Viel zu lange hat der Westen das diplomatische Feld den Chinesen überlassen, die mit Krediten, Waffenlieferungen und Industrie-Knowhow ein wichtiger strategischer Faktor auf diesem Kontinent sind. Es gehört zu den Spezialitäten von Kanzlerin Angela Merkel, mit Gipfeltreffen wenigstens symbolisch eine Wende zum Guten einzuläuten. Eine Afrika-Konferenz in Berlin wird nichts verderben; müsste aber von vielen bilateralen Abkommen und Verabredungen begleitet sein. Wichtig ist dabei die Augenhöhe mit den afrikanischen Partnern."
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